Raffaela und Daniel haben es sich zum Ziel gesetzt die SuperHalfs Serie zu absolvieren und dorthin nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. In diesem Artikel: Prager Halbmarathon
Raffaela und Daniel haben es sich zum Ziel gesetzt die SuperHalfs Serie zu absolvieren und dorthin nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Ein Bericht vom Prag Halbmarathon 2026
Auf dem Plan stehen Europas schnellste Halbmarathon Strecken: Berlin - Cardiff Kopenhagen - Lissabon - Prag und Valencia.
Nach Lissabon und Valencia in 2025 folgt nun der Prager Halbmarathon.
Die Berichte zu Lissabon und Valencia könnt ihr hier und hier nachlesen.
Lissabon 2025
Valencia 2025
Vor dem Rennen:
Anmeldung:
Die Anmeldung gestaltet sich ähnlich herausfordernd wie bei den anderen Rennen. Wie schon für Valencia muss man sich zur richtigen Zeit am PC, Laptop oder Handy befinden, um einen Platz für den Warteraum zu erhalten. Ca. 1h verweilten wir in den unterschiedlichsten Warteräumen ehe wir den Versuch aufgaben. Nach wenigen Minuten verkündete die Homepage, dass der Lauf ausverkauft ist. Aus Interesse loggte sich Raffaela gegen 17Uhr nochmal ein und siehe da, die Anmeldung ging anscheinend noch weiter. Mit viel Anspannung, ob die Registrierung erfolgreich sein wird, konnten wir die Anmeldung abschließen.
Als dann die Bestätigungsemail kam, gab es große Freude und Erleichterung. Ab dem Moment war klar: Das Momentum vom Lauf in Valencia mitnehmen. Dort konnten wir beide eine Bestzeit aufstellen.
Anreise & Startnummern-Ausgabe:
Da Prag nur ein Katzensprung entfernt ist. Gestaltete sich die Planung der Anreise deutlich einfacher. Wir entschieden uns dazu am Vortag gegen Mittag anzureisen, um noch genügend Zeit für einen Shake-Out Run und ein frühes Abendessen zu haben. Doch das wäre nicht notwendig gewesen. Die Idee gegen Mittag die Startnummer abzuholenen hatten mehrere der 17.000 Starter. Daher mussten wir sehr lang in der Schlange warten.
Wir empfehlen daher - Dank der guten Erfahrung aus Valencia - die Startnummer möglichst spät also gegen 19/20Uhr abzuholen, um lange Wartezeiten zu vermeiden.
Die Expo ist öffentlich sehr gut zu erreichen. Von den Ständen her, hatten Lissabon und Valencia mehr zu bieten.
Prag bietet mit 30min, 60min und 90min Tickets sehr gute Ticket Modelle (Stand März 2026). Wir haben aber das 24h Ticket gewählt, da sich dieses bereits ab der 3. Fahrt rechnet.
Nach der Startnummernausgabe checken wir im Hotel Theatrino ein, wo auch andere Läufer nächtigten. Von dort sind es auf dem Fußweg etwa 3km zum Start/Ziel.
Wir nutzten die Strecke gleich um und vertraut mit der Gegend zu machen und auch den Weg per Straßen- und U-BAHN auszutesten.
Das Start/ Ziel Gelände ist gut strukturiert und es gibt ausreichend Toiletten und eine Gepäcksabgabe.
Renntag:
Rennstart ist um 10Uhr. Beide starten in Startblock C (von A- L) also recht bald hinter der Elite. Nach dem eigenen Frühstück im Zimmer mit selbstgemachtem Porridge um 7Uhr schauten wir uns noch kurz das Hotel Frühstücksbuffet an und gingen nochmal die Streckenkarte und die Verpflegungsstationen durch. Wieder am Zimmer schrieben wir uns die untere und obere Grenze der Zielzeit mit Kugelschreiber auf den Unterarm. Da die Anreise mit der U-Bahn recht fix geht ,ging sich sogar noch ein paar Minuten in der waagrechten im Bett aus.
Die Temperatur an dem Tag war ideal. Kühl und sonnig. Der Wind war leicht und nicht permanent. Wir wollten von der Gepäcksabgabe keinen Gebrauch machen, daher deckten wir uns mit Einweg-Regenponcho und Silberfolie ein und gingen zur Station. Wir erreichten die Zielstation in unter 30min. Bei der Zielstation stiegen wir aus und gingen in Kolonne mit anderen Startern zum Start/Ziel Bereich, den wir vor 9Uhr erreichten.
Dort angekommen wärmten wir uns außerhalb des Startblocks auf. Noch ein letztes Mal auf die Toilette und dann die letzten 30min im Startblock C warten.
Das Rennen:
Pünktlich um 10:00 startete die Elite. Nur ca 3min später überquerten wir die Startlinie. Die ersten 5km war eine Pace von 4:30min/km erlaubt, um sich im Renngeschehen zurecht zu finden.
In diesen Kilometern ging es an der Moldau entlang und 2 Mal über Brücken. Hier sollte man den Lauf wirklich genießen, denn es gibt sehr schöne Ecken zu sehen. Viele Zuschauer feuern einen an.
Bei etwa km 4 holte uns eine Traube an Läufern ein, die sich an den 1:40h Pacemaker hängten. Da die Zielzeit 1:45 beträgt, alle weiterhin entspannt und sogar motivierend, dass man "so lange" schneller als diese Pace unterwegs war.
Bei km 5 die erste Verpflegungsstation schon hinter uns rief Daniel zu Raffaela: "Zu schnell". In den folgenden Kilometern ging es aus den Stadtzentrum raus und die Pace wurde, wie geplant, etwas rausgenommen.
Es folgte bis km 13 ein sehr kontrolliertes Rennen mit einer Pace zwischen 4:40 und 4:50min/km. Bei km 13 biegt man ein in die Altstadt und damit einher in eine einzige Party. Viele Zuschauer am Straßenrand, aber leider auch sehr viel Kopfsteinpflaster, dass auch mental viel abforderte. Es machten sich Erschöpfungserscheinungen breit. Bei km 15 kam die "letzte" Verpflegungsstation. Hier ging es nur leicht bergauf, aber hier brauchte es viel Zuspruch, dass wieder ein kontrollierter Laufschritt zu Stande kam.
Bei km 17 warteten Freunde auf uns, die uns weiter angefeuert haben. Unsere Kugelschreiber-Zeiten blieben weiter unterschritten und der Abstand zur Zielzeit konstant.
Egal, ob Akustik Gitarre, DJ-Set oder Metal Band jeder Musik Fan kommt entlang der Strecke in den Genuss!
Kurz nach km 19 geht es zum letzten Mal recht steil auf eine Brücke, die nochmal Kraft kostet.
Sobald man die Brücke gemeistert hat, hat man es geschafft. Es geht recht schnell auf einer breiten Straße zum Ziel. Am letzten Kilometer sind nochmal Schilder bei 800m ,500m und 200m vor dem Ziel aufgestellt. Alle Kräfte werden nochmal mobilisiert.
Raffaela sucht nach Daniel's Hand und Hand in Hand rennen wir ins Ziel. Laut offizieller Zeitnehmung stehen die 1:40:59 als neue Bestzeit für Raffaela fest.
Das ist ganze 4min schneller als Raffaela plante und 2min schneller als die Jack Daniel's Tabelle von Gottfried Neuwirth prognostizierte.
Überglücklich finden wir unsere Freunde, die uns im Zielbereich empfangen.
Nach dem Rennen:
Mit U-Bahn ging's wieder zurück ins Hotel.
Nach einer Dusche ging es gleich wieder ins Stadtzentrum, denn Daniel hat, bis auf den 21km noch nicht viel von der Stadt gesehen und die Stadt hat viele schöne Ecken zu entdecken.
Egal, ob Prager Burg, Karlsbrücke oder einfach die Altstadt erkunden. In Prag wird einem bestimmt nicht fad und man kann mehr als ein Wochenende in Prag verbringen.
Wir entscheiden uns den Arbeitsurlaub für das nächste Laufabenteuer aufzusparen.
Falls ihr Fragen zu dem Prager Halbmarathon, den SuperHalfs oder der Reisemöglichkeiten habt, könnt ihr euch gerne an uns wenden.
Hier noch ein paar nützliche Links:
Seite des Veranstalters:
https://www.runczech.com/
SuperHalfs Seite:
https://www.superhalfs.com/en/
Günstige Alternative zur ÖBB:
https://regiojet.at/
Nächste Läufe
Eine mittlerweile häufiges Phänomen ist, dass die Teilnahme an internationalen Großveranstaltungen nicht am sportlichen, sondern an der Organisation scheitert.
Mehrere Tausend Starter:innen aus aller Welt versuchen die begehrten Startplätze zu erreichen.
Nach dem erfolgreichen Lauf in Prag sind noch die Läufe in Berlin - Cardiff und Kopenhagen ausständig.
Bei diesen Veranstaltungen haben wir an der Lotterie teilgenommen, um einen Startplatz zu erhalten.
Drückt uns die Daumen!
Neben einem regulären Startplatz gibt es die Möglichkeit für einen Spendenpartner zu laufen.
Hierfür muss man ein gewisses Kontingent an Spenden für eine Organisation seiner Wahl einsammeln.
Ersten Recherchen zu Folge liegt der erforderliche Spendenbetrag in der Größenordnung von 500-700€. Erreicht man dieses Spendenkontingent, dann darf man für die Organisation an dem Lauf teilnehmen und erhält einen garantierten Startplatz. Die Startgebühr, darf man aber dann dennoch selber zahlen.
Eine weitere Alternative sind organisierte Reiseveranstalter, die ein Kartenkontingent erhalten. Dies ist aber nicht in unserem Sinne, da meist Flug, Hotel und Rahmenprogramm fremdbestimmt ist. Muss jede*r für sich selber entscheiden, ob das eine Option ist.