Intensives Wettkampfwochenende-Teil 3

Neuigkeiten  | 10.09.2026 von Christian Kraus

nicht vergleichbar mit Ötztaler da die Anstiege nicht im Hochgebirge und auch nicht so lang sind, aber schon am Gerlos und vor allem der Kerschbaumer Sattel mit Steigungen um die 17%, und zum Schlussanstieg auf den steilsten Radberg Österreichs braucht man nicht viel dazu schreiben.

Florian Schabes berichtet

Kitzbüheler Radmarathon 2026 – Ein Tag, den ich nicht vergessen werde

Am 6. September 2026 war es endlich so weit: Der Kitzbüheler Radmarathon stand auf dem Programm.

216 Kilometer und rund 4.600 Höhenmeter warteten auf mich. Eine Strecke, vor der man Respekt haben muss – und genau das hatte ich auch.

Um 5:00 Uhr klingelte der Wecker. Ein schnelles Frühstück mit Porridge und zwei Kaffee, dann hieß es: ab aufs Rad und hinein in den Startblock 2. Um 6:30 Uhr fiel der Startschuss. Ich war richtig nervös. Die Gedanken kreisten: Passt die Form? Wie werde ich mich fühlen? Habe ich gut trainiert? Wird die Kraft bis zum Schluss reichen?

Die ersten Kilometer verliefen relativ locker. Doch schon bald wurde klar, dass heute kein einfacher Radtag werden würde. Die ersten längeren Anstiege warteten – unter anderem der Pass Thurn und später der Gerlospass. Am Kerschbaumer Sattel zeigte sich dann erstmals so richtig, aus welchem Holz man geschnitzt ist. Es wurde über längere Zeit ein sehr hohes Tempo gefahren. Ich merkte, dass ich dieses Tempo nicht ewig mitgehen konnte und nahm deshalb etwas raus.

Oben angekommen, hieß es erst einmal: Labe. Gels und Flüssigkeit wurden aufgenommen und die beiden großen Trinkflaschen wieder aufgefüllt. Denn mittlerweile war es richtig warm geworden und der Flüssigkeitsbedarf entsprechend hoch.

Nach der Abfahrt erwischte ich eine große Gruppe. Dort wurde ordentlich Tempo gemacht. Dann kam Kilometer 180 – und mit ihm der Anstieg von Hopfgarten heraus.

Diesen Anstieg hatten offenbar einige unterschätzt. Bei mir fühlten sich die Beine zu diesem Zeitpunkt noch erstaunlich gut an. Ich konnte einige Fahrer überholen und hatte weiterhin ein gutes Gefühl.

Von weitem konnte man bereits das Kitzbüheler Horn sehen. Bei Kilometer 206 stand noch einmal die letzte Labe an. Schnell die Flaschen auffüllen, noch einmal verpflegen – und dann ging es los zum letzten großen Hindernis.

Das Kitzbüheler Horn

Ich muss ehrlich sagen: Das Kitzbüheler Horn hatte ich komplett unterschätzt. Bereits nach wenigen Metern merkte ich, dass hier noch einmal alles von mir verlangt werden würde. Die Steigung war einfach brutal. Jeder Tritt wurde schwerer und ich hatte das Gefühl, kaum noch voranzukommen.

Also hieß es: Zähne zusammenbeißen und Meter für Meter nach oben arbeiten. Ich verlor unglaublich viel Zeit.

Dann kam endlich der letzte Kilometer. 22,3 Prozent Steigung. Da gehen einem viele Dinge durch den Kopf.

Und dann war es endlich so weit:

Das Ziel war zu sehen – und vor allem auch zu hören. Was in diesem Moment durch den Körper geht, ist schwer zu beschreiben. Nach 216 Kilometern und rund 4.600 Höhenmetern endlich das Ziel vor Augen zu haben, war einfach ein unglaubliches Gefühl.

Im Ziel wartete bereits meine Familie. Überglücklich und völlig erschöpft fiel ich fast vom Rad.

Meine Ergebnisse

Distanz: 216 Kilometer
Höhenmeter: ca. 4.600 hm
Zeit: 8:56:34,6 Stunden
Durchschnittsgeschwindigkeit: 24,15 km/h
Gesamtplatz: 560
216 Kilometer. 4.600 Höhenmeter. 8:56 Stunden. Und ein Kitzbüheler Horn, das ich so schnell nicht vergessen werde.

Ein riesiges Dankeschön an meine Familie fürs Anfeuern und Dabeisein.

 

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